Caproni Calif

Calif A-21 von Caproni

Calif-Caprioni

Der Calif A-21 wurde zwischen 1970 und 1982 von der italienischen Firma Caproni gebaut. Es ist sicherlich eines der interessantesten doppelsitzigen Segelflugzeuge, das je gebaut wurde. Zum einen ist das Aussehen des side-by-side Doppelsitzers ungewöhnlich, dann die Bauweise der Vollmetall-Zelle unter Verwendung des GFK-Rumpfbootes und einiger weniger GFK-Formteile und schließlich ist die Leistungsfähigkeit dieses Seglers mit “gleichaltrigen” Konkurrenzflugzeugen, wie Janus beispielsweise, zu nennen.

Der Calif eignet sich gut zum Schulen und Einweisen (mit den ganzen Vorteilen der side-by-side Sitzanordnung), für Leistungs- und Wettbewerbssegelflug als auch sehr schön für Gaststarts.

Der Prototyp flog erstmals im November 1970, wurde aber zum Serienstand A-21S noch dahingehend modifiziert, daß das am T-Leitwerk ursprünglich verwendete Pendelhöhenruder aus Komfortgründen in ein gedämpftes Ruder umgewandelt wurde.

Der Calif besaß damals schon -bis auf den Klappenantrieb im Rumpf- zwangsangeschlossene Ruder. Caproni modifizierte den Calif, ohne am Grundkonzept etwas zu verändern, mit vielen Detailverbesserungen, welche in die dritte Serie, ab Werk Nr. 50 einflossen. Ein Indiz für die perfekte Konstruktion und Bauausführung des Calif ist die Tatsache, daß in 25 Jahren lediglich eine LTA (über das Anbringen von Entwässerungslöchern im Fahrwerksbereich!) herausgegeben wurde.

Der Calif hat einen dreiteiligen Flügel von 20,63 m Spannweite, das Flügelmittelstück mißt 5,70 m. Die Wölbklappen gehen von +12 bis -8 Grad und klappen bei weiterer Betätigung auf eine sehr effektive 90°-Landestellung mit Spoilern auf der Flügeloberseite. Dieses Klappensystem wirkt ähnlich wie bei Mosquito und Mini-Nimbus.

Das einziehbare zweirädrige Fahrwerk, auf dem der Calif von allein waagerecht steht, ist komfortabel gefedert, der hintere Teil der zweiteiligen Haube, wird rückwärts auf den Rumpf geschwenkt. Das Rüstgewicht des Calif beträgt 445 kg, was nur 25 kg mehr ist, als beispielsweise ein DUO-Discus wiegt.

Anfangs wurde der Calif von der Firma Midas Aviation in Bonn vertreten, bis Caproni 1982 die Serienproduktion einstellte. Zu diesem Zeitpunkt waren mehr als 50 Einheiten des Calif in die ganze Welt verkauft. 1991 übernahm die Firma Gomolzig das Ersatzteillager und auch den Produkt-Support für das Muster. Nachdem die Erlaubnis durch das LBA erteilt wurde, begann man mit 1994 mit der Serienfertigung von zunächst zwei Einheiten.

Die Leistungsfähigkeit des Calif wird dadurch unterstrichen, daß der Pole Edvard Makula im August 1972 in einer Woche vier Weltrekorde in den USA aufstellte. 1996 erflog Klaus Ohlmann mit seinem gelben Einweisungsflugzeug die Marke der 1000 Km. Ein Zeichen für die noch vorhandene Aktualität dieses Individualistenflugzeuges. Der Aerokurier hat dem Gomolzig-Califen in Heft 7/97 einen Pilot-Report gewidmet. Im Sommer 1997 wurde der neue Calif beim Idaflieg Sommerteffen mit Winglets vermessen. Die Ergebnisse bestätigen, daß der Spaß vermittelnde breite Rumpf die Leistungen nicht beeinträchtigt!

Ein Antrag an die Bundes-SeKo durch die Firma Gomolzig hat bewirkt, daß der Calif mit seiner Spannweite von etwas über 20 Metern trotzdem in der Doppelsitzer Klasse fliegen darf. (25.11.97)